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Rendezvous mit Mozart

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Mozart ist zurück und er ist bestens für den Reset nach dem Corona-Lockdown gerüstet. „Schau, genau dort endet der Mindestabstand. Da musst du stehen bleiben,“ ruft er mir zu und zeigt auf die gelbe Linie vor seinem Sockel. Der Straßenkünstler spricht lauter als sonst, damit man ihn durch die Maske versteht. Natürlich ist sie aus goldenem Stoff, schließlich war der berühmte Komponist ein Liebhaber des feinen Zwirns.

Da versteht es sich von alleine, dass sich der Mime nicht irgendeinen ordinären Fetzen ohne Glanz und Glamour vors Gesicht spannt. Bei guten Straßenkünstlern passt eben alles zusammen. Selbst der Klingelbeutel steht in sicherer Entfernung, damit die Leute beruhigt ihre Münzen und Scheine hineinwerfen können.

 

Ups, da war doch was!

Werden wir seit Corona nicht laufend dazu angehalten, mit Karte zu bezahlen, um das Hantieren mit echtem Geld zu vermeiden? Man könnte ja Viren weitergeben.

Dazu Folgendes: Wenn ich im Supermarkt den Bankomat-Code in den Kassenterminal tippe, ist völlig unklar, wer vor mir schon aller daran herumgefummelt hat. Mit Desinfektion ist da gar nichts. Zumindest habe ich es noch nicht gesehen.

Trotzdem bezahle ich brav bargeldlos. Man will sich ja nicht unterstellen lassen, die Mitarbeiter in den Geschäften zu gefährden. Danach gehe ich heim und wasche mir gründlich die Hände. Seit Wochen trage ich also keine Münzen und Scheine mehr mit mir herum. Nicht, um einen „Befehl“ auszuführen, sondern, weil ich keine wissenschaftliche Abhandlung darüber kenne, wie hoch die Gefahr einer Ansteckung dadurch wirklich ist.

 

Pech für Mozart und andere Straßenkünstler, die darauf angewiesen sind.

Stundenlang verharrt er an einem Ort, um sich sein tägliches Brot zu verdienen. Seine Passion: Menschen ins Staunen versetzen, Lächeln in Gesichter zaubern und manchmal steht er einfach nur auf seinem Sockel und beobachtet die Leute dabei, wie sie ihn beobachten.

„Ist der echt?“ Das wollen viele wissen und wenn sie näher kommen, um nachzuschauen, erschrickt er sie mit einer kleinen Bewegung. Dann wird gekichert und der Straßenkünstler verharrt erneut in seiner Pose oder macht etwas anderes, das seiner Rolle entspricht.

Viele wollen ein Foto mit ihm und weil diese Bilder um die ganze Welt gehen, ist er selbst schon eine kleine Berühmtheit. Dem Internet sei Dank.

„Ich würde sehr gerne etwas in deinen Beutel geben, aber leider habe ich nur eine Bankomatkarte dabei,“ entschuldige ich mich bei ihm. Außer mir ist derzeit kaum jemand unterwegs, obwohl Mozart an einem echten Touristen-Hotspot in Wien steht.

„Ach, das macht nichts,“ sagt er und bleibt weiter in seiner Rolle, ganz so als wäre alles wie immer, nur eben mit goldener Maske.

 

Aber es macht schon etwas.

Mit ihm, mit mir und mit allen anderen, denen eine Karte genau gar nichts bringt. Ab sofort habe ich wieder echtes Geld eingesteckt. Es gibt nämlich Menschen, die genau das brauchen!

 

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